Samstag, 7. Dezember 2013

American Gangster (USA 2007)

Darsteller: Denzel Washington, Russell Crowe, Josh Brolin, Cuba Gooding Jr., Chiwetel Ejiofor
Regie: Ridley Scott


Erzält wird der rasante Aufstieg und der Fall von Frank Lucas. Einer der wohl größten Drogenbosse, die Amerika je gesehen hat.
New York 1968, Frank Lucas arbeitet als Fahrer und Vertrauter für den bekannten Kriminellen Ellsworth Johnson, der auch Mitglied des organisierten Verbrechens ist. Als dieser an einem Herzinfarkt stirbt, nutzt Frank die Chance und fängt an, sich sein eigenes Imperium aufzubauen.
Unzufrieden über die langen Lieferwege und die mangelnde Qualität der meisten Drogen, beginnt er, eigene Lieferketten aufzubauen. Dazu nutzt er äußerst Geschickt seine Kontakte in der US Armee, die sich noch mitten im Vietnamkrieg befindet. Über einen angeheirateten Cousin, der eine hohe Stellung im Militär hat, knüpft er Kontakte zu Drogenhändlern direkt im Land. Er bezieht seine"Ware" ohne Zwischenhändler, kann so viel günstiger einkaufen und der Stoff ist nicht so stark gestreckt, wie bei der Konkurrenz.
Als die erste Lieferung in den USA eintrifft und in Umlauf gebracht wird, öffnet sich für Frank Lucas eine wahre Goldgrube.
Angespornt von seinem raschen Erfolg, lässt er seine Brüder und Cousins aus North Carolina kommen und eröffnet damit ein wahres Familienimperium, wie es bisher nur bei der Mafia bekannt war. Und um klare Zeichen zu setzen, wer der neue große Fisch im Teich ist, entledigt er sich auch gleich ein paar seiner Konkurrenten auf ziemlich eindeutige Art und Weise.


Doch auch die Polizei schläft nicht. Unter der Führung von Detective Richie Roberts, beginnt ein Sonderkommando des Drogendezernats mit den Ermittlungen. Jedoch gestaltet sich die Arbeit als äußerst schwierig, denn der Name Frank Lucas war bis dahin noch völlig unbekannt und so tappen die Ermittler zunächst völlig im Dunkeln. Sie verfolgen sogar teilweise die falschen Verdächtigen und da alle an den Drogengeschäften kräftig mitverdienen, sind die anderen Bosse auch nicht bereit, Informationen über Frank Lucas preis zu geben.
Hinzu kommt noch, dass einige von Roberts Kollegen äußerst korrupt sind und selbst bis zum Hals Dreck am stecken haben. Die sind natürlich auch nicht erpischt darauf, dass Lucas geschnappt wird und boykottieren die Ermittlungen noch zusätzlich.


Anfang der 70er ist Lucas dann richtig dick im Geschäft. Er hat eine puerto ricanische Schönheitskönigin geheiratet, seine Familie lebt in allem erdenklichen Luxus und der Drogentransport funktioniert dank der Army reibungslos. Durch die gute Qualität seines Stoffs, findet dieser reißenden Absatz bei den Abhängigen. Durch den hohen Reinheitsgehalt jedoch, macht es diesen auch besonders gefährlich.
Lucas Name ist in der Szene inzwischen so bekannt, dass es ihm sogar gelingt, Geschäftsbeziehungen zur Mafia aufzubauen. Was seine Position noch zusätzlich stärkt.
1971 bei dem legendären Boxkampf von Muhammad Ali gegen Joe Frazier, gelingt es Detective Roberts dann erstmalig, ein Foto von Frank Lucas zu schießen und sich somit endlich an seine Fersen zu heften.
1975 passiert dann das, womit Lucas wohl nicht gerechnet hatte, der Vietnamkrieg wird beendet und somit versiegt sein sicherer Transportweg durch das Militär. In einem leichten Anflug von Panik, begeht Lucas einen Fehler. Er fliegt nach Vietnam, zu seinem Händler und ordert rund 2 Tonnen Heroin, die in einer letzten Lieferung in den Särgen von gefallenen Soldaten transportiert werden sollen.
Diese Aktion bleibt der Polizei nicht verborgen. Sie dürfen zwar nicht die Särge durchsuchen, observieren aber die Militärbasis und beobachten die Übergabe der Ware. 
In einer Großrazzia, wie es sie bis dahin noch nicht gegeben hat, lassen Roberts und sein Team, alle Umschlagplätze von Frank Lucas hochgehen. Lucas selbst wird nach einem Gottesdienst vor der Kirche festgenommen.

Doch damit nicht genug, um mit einer milderen Strafe davon zu kommen, willigt Frank Lucas ein, sich bei den Ermittlungen gegen korrupte Polizisten zu beteiligen. Die Namen, die Roberts liefern kann inklusive der Beweise, decken einen der gößten Skandale in der New Yorker Polizeigeschichte auf. Rund dreiviertel aller Beamter in der Anti-Drogen-Spezialeinheit wurden suspendiert und ihnen der Prozess gemacht.
Aber Lucas liefert nicht nur die Polizisten ans Messer, sondern auch seine Geschäftspartner. Was zu einer Strafmilderung von insgesamt nur 15 Jahre führt.


Fazit:
Der Film ist zwar nicht mehr so brandaktuell, aber das tut der Qualität keinen Abbruch.
 Er ist authentisch, äußerst spannend inszeniert und die Geschichte fesselt einen. Hinzu kommt noch die schauspielerische Leistung von Denzel Washington, dem man den eiskalten Drogenboss blind abkauft.
Ein sehr gute Ridley Scott Film!
Und auch wenn man nicht unbedingt auf Gangsterfilme steht, kann man ruhigen Gewissens mal einen Blick riskieren. Man wird nicht entäuscht werden.


Sonntag, 1. Dezember 2013

Die Eiskönigin (USA 2013)

Mit den Stimmen von: Hape Kerkeling, Yvonne Greitzke, Leonhard Mahlich, Dina Kürten, Robin Kahnmeyer
Regie: Chris Buck und Jennifer Lee


Kronprinzessin Elsa und ihre jüngere Schwester Anna leben im Königreich Arendell. Elsa wurde mit einer besonderen Fähigkeit geboren: sie kann Schnee und Eis regnen lassen und alles, was sie anfasst gefriert.
Als die beiden Schwestern eines nachts ausgelassen im Schnee spielen, passiert ein Unglück. Elsa trifft Anna mit einem Eispfeil am Kopf. Um die Magie zu brechen, bringen die besorgten Eltern ihre Tochter zu den Trollen. Nur diese ebenfalls magischen Wesen sind in der Lage, Magie zu heilen. Anna wird gesund, doch aus Angst zu was Elsa noch fähig sein könnte, wird das ganze Schloss abgeriegelt. Kein Aussenstehender darf es mehr betreten. Die Schwestern werden getrennt und dürfen sich nicht sehen. Als König und Königin zu einer Reise aufbrechen, sinkt ihr Schiff und die beiden Mädchen bleiben als Waisen zurück.
Einige Jahre später ist es soweit, Elsa ist alt genug, um selbst den Thron von Arendell besteigen zu können und für diesen einen Tag der Krönung, wird das Schloss dem Volk und den geladenen Gästen geöffnet.
Elsa ist fürchterlich nervös und befürchtet, dass irgendjemand ihre Magie entdecken könnte, doch während der Zeremonie läuft alles glatt und niemand schöpft Verdacht.
Anna hingegen ist ausser sich vor Freude, endlich wieder unter Menschen zu sein und endlich ihre geliebte Schwerster wieder sehen zu können. Auch sie weiss nichts mehr über Elsas magische Fähigkeiten.


Am Abend findet zu Ehren der neuen König ein Ball statt. Dort trifft Anna auf den jungen Prinzen Hans. Die beiden finden sich spontan sympathisch und verbringen den Abend miteinander. Völlig unverhofft macht Hans Anna einen Heiratsantrag. Anna ist überglücklich, doch sie benötigt die Zustimmung ihrer älteren Schwester, um die Ehe eingehen zu können. Als Elsa von den Plänen der beiden erfährt ist sie wenig begeistert und verweigert Anna ihre Segen. Zutiefst entäuscht konfrontiert Anna Elsa mit heftigen Vorwürfen und es kommt zum Streit zwischen den Schwestern. In ihrer Wut kann Elsa ihre Magie nicht mehr kontrollieren und friert den gesamten Ballsaal ein. Elsa versucht sich zu erklären, doch die Gäste sind völlig verängstigt und flüchten panisch aus dem Schloss. Auch Elsa flieht in die Berge und begräbt das ganze Königreich unter Eis und Schnee, mitten im Sommer. Anna kann nicht begreifen, was passiert ist. Sie fühlt sich schuldig und will ihre Schwester unbedingt zurückholen. Sie macht sich allein auf den Weg in die Berge und überträgt Hans die Verantwortung während ihrer Abwesenheit.

In der eisigen Kälte wird Anna dann auch noch von ihrem Pferd abgeworfen und muss ich zu Fuß durch Schnee und Eis kämpfen. Doch sie hat Glück und findet mitten in der Wildnis eine Hütte, die sich als kleiner Laden (mit Sauna) entpuppt. Dort begegnet sie Kristoff und seinem Rentier Sven, die dort neue Ausrüstung kaufen wollen. Da Kristoff allerdings nicht genug Geld besitzt, um alle Sachen zu bezahlen, geht er einen Deal mit Anna ein: sie bezahlt seine Ausrüstung und er hilft ihr, ihre Schwester zu finden.
Währenddessen genießt Elsa ihre neu gewonnene Freiheit in den Bergen. Nie wieder verstecken müssen, ein Gefühl, dass sie bisher nicht kannte. Und so beschließt sie, hoch auf dem Gipfel ein Schloß zu errichten, komplett aus Eis.
Anna und Kristoff kämpfen sich immer weiter Richtung Gipfel, als sie in einem Waldstück auf Olaf treffen. Einen kleine Schneemann, der durch Elsas Magie lebendig geworden ist und einen ganz großen Traum hat: er möchte den Sommer erleben. Olaf bietet sich an, den beiden zu helfen, da er weiss, wo Elsa zu finden ist.
Doch am Eisschloß angekommen, kommt alles anders, als Anna es erwartet hatte...


Elsa ist überhaupt nicht begeistert davon, ihre Schwester zu sehen. Sie möchte ihre Freiheit nicht wieder aufgeben, um mit Anna zurück nach Arendell zu kehren und dort zu regieren.
Anna versteht die Reaktion ihrer Schwester auf die Entschuldigung nicht und als sich auch noch Kristoff einmischt, kommt es zu einem erneuten Streit. Dieses Mal trifft Elsas Eispfeil Anna nicht am Kopf, sondern direkt ins Herz. Ein Treffer mit fatalen Folgen, denn Anna fängt an, zu Eis zu werden.
Panisch bringt Kristoff sie zu den Trollen, doch die sind gegen diesen Zauber leider machtlos. Nur ein Akt wahrer Liebe kann Anna jetzt noch retten. Angetrieben von diesem Wissen, kehrt Kristoff mit Anna nach Arendell zurück. Prinz Hans soll Anna küssen und somit den Zauber lösen. Am Schloßtor verabschieden sie sich und Kristoff zieht traurig davon. Doch Prinz Hans denkt gar nicht daran, Anna zu retten. Sollte sie sterben, dann könnte er allein über Arendell herrschen. Er schließt Anna in ihr Zimmer ein und erklärt sie für tot.
Kristoff kann Anna nicht einfach vergessen, er hat sich in sie verliebt und will sicher gehen, dass es ihr gut geht. Auch Elsa macht sich große Sorgen um ihre Schwester und kehrt zum Schloß zurück. Dort trifft sie auf Hans, der ihr von Annas Tod erzählt.
Unterdessen ist es Olaf gelungen, Anna im Schloß ausfindig zu machen und sie aus ihrem Zimmer zu befreien. Sie machen sich auf die Suche nach Kristoff, der draußen durch den Schnee irrt.
Elsa glaubt Hans nicht, dass Anna tot ist. Um sein Ziel zu erreichen, muss er auch Elsa töten und ein gefährlicher Zweikampf beginnt. Als Anna sieht, wie Hans mit einem Schwert auf ihre Schwester losgeht, stürzt sie sich dazwischen. Im letzten Moment kann sie Hans aufhalten, doch für sie ist es zu spät, sie gefriert endgültig zu Eis. Auch Kristoff trifft endlich ein und sieht die trauernde Elsa, wie sie die Eisstatue ihrer Schwester umarmt.
Als Elsas Tränen auf das Eis tropfen, geschieht es: der Zauber ist gebrochen und Anna erwacht wieder zum Leben. Der Winter verschwindet aus Arendell und der Sommer kehrt endlich zurück.
Hans wird verhaftet und eingesperrt, Elsa regiert als Königin und Anna findet in Kristoff ihren Prinzen.
Und sogar für Olaf gibt es ein glückliches Ende: damit er den Sommer genießen kann, zaubert Elsa ihm eine eigene kleine Schneewolke, die ihn überall hin begleitet, damit er nicht schmilzt.


 Fazit: 
frei nach dem Märchen von Hans Christian Andersen hat Disney es mal wieder geschafft einen fantastischen Familienfilm auf die Leinwand zu bringen. Liebevolle Charaktere, mit viel Witz und Charme und eine mitreißende Geschichte, bei der garantiert keine Langeweile aufkommt.
Ganz klare Empfehlung für Leute (nicht nur) mit Kindern.



Donnerstag, 31. Oktober 2013

Frankenweenie (USA 2012)

mit den Stimmen von: Catherine O'Hara, Martin Short, Winona Ryder, Charlie Tahan, Martin Landau
Regie: Tim Burton


Victor lebt mit seinen Eltern in der kleinen Stadt New Holland. Er ist ein stiller, unauffälliger Junge, der keine Freunde hat, außer seinem Hund Sparky, den er über alles liebt. Die beiden sind unzertrennlich. Nur wenn Victor in die Schule muss, bleibt Sparky allein im Garten und wartet auf die Rückkehr seines Herrchens.
Victor ist ein guter Schüler, der vorallem an Naturwissenschaften großes Interesse hat. Somit freut er sich auch schon auf den bevorstehenden Wissenschaftswettbewerb.
Doch seine Eltern machen sich ernsthafte Sorgen um ihren Sohn, sie möchten, dass er endlich Freunde findet. Viktors Vater schafft es tatsächlich ihn zu überreden, an einem Baseballtraining teilzunehmen. Mit seinen Eltern und Sparky findet sich Viktor auf dem Baseballplatz ein. Als er mit schlagen an der Reihe ist, passiert es: er schlägt den Ball so weit, dass Sparky völlig aufgeregt hinterherrennt, direkt vor ein Auto....
Am Abend begraben Victor und seine Eltern die Hund auf dem Tierfriedhof. Victor ist untröstlich über den Verlust seines einzigen und besten Freundes.


Am nächsten Morgen führt der Lehrer in der Schule ein Wissenschaftsexperiment durch. Anhand eines toten Frosches demonstriert er, wie man leblose Lebewesen mit Elektrizität reanimieren kann.
Von da an hat Victor nur ein Ziel: er will Sparky wieder zum Leben erwecken.
Als sich eines nachts ein Gewitter ankündigt, sieht er seine Chance. Er schleicht sich zum Tierfriedhof, gräbt Sparkys Leiche wieder aus und schafft sie auf den Dachboden. Als ein gewaltiger Blitz einschlägt, geschieht es: Sparky lebt!
Doch das stellt Victor vor ganz neue Probleme, denn niemand darf wissen, dass es seinen Hund reanimiert hat. Als er am nächsten morgen zur Schule muss, schließt er Sparky auf dem Dachboden ein. Sparky langweilt sich und als er einen Katze am Dachfenster entdeckt, gibt es kein Halten mehr und er kann durch das Fenster entkommen. Das bleibt nicht lange unentdeckt. Edgar, ein schräger Junge aus Victors Klasse, sieht Sparky auf der Straße. Er erzählt Victor davon und erpresst damit eine Partnerschaft für den Wissenschaftswettbewerb. Gemeinsam erwecken sie einen toten Fisch, den Edgar in einem Zooladen gekauft hat, wieder zum Leben. Edgar ist begeistert und will den Fisch als seinen Beitrag zum Wettbewerb vorstellen. Doch auch die anderen Klassenkameraden erfahren von Victors und Edgars Experiment. Alle wollen das Geheimnis der Reanimation erfahren, um ebenfalls gute Bewertungen beim Wissenschaftswettbewerb zu erhalten.


Aber Victor hat ganz andere Probleme. Als Sparky sein Spiegelbild entdeckt und merkt, dass er kein echter Hund mehr ist, läuft er fort und versteckt sich auf dem Tierfriedhof. Victor und seine Eltern machen sich auf die Suche nach ihm. Diese Chance nutzen Victors Klassenkamerade,um seine Aufzeichnungen zu stehlen.
Jeder möchte ebenfalls etwas totes wieder zurückholen. Und so wird Sparky auf dem Tierfriedhof Zeuge davon, wie das ein oder andere Haustier ebenfalls wieder ausgegraben wird.
Am gleichen Abend findet in New Holland das wichtigste Stadtfest statt, der Holland Tag.
Leider müssen die Kinder feststellen, dass die reanimierten Tiere nicht so einfach zu handhaben sind, wie vor ihrem Tod. So nimmt die Katastrophe ihren Lauf.... der Festplatz wird von untoten bzw. mutierten Haustieren verwüstet und der Einzige, der sie aufhalten kann ist Victor.
Tatsächlich schafft es Victor, alle Tiere wieder zurück ins Jenseits zu befördern. Alle, bis auf eines.
Und diese fliegende Zombiekatze schnappt sich ausgerechnet Sparkys große Liebe, die Pudeldame Persephone und verschleppt sie zur alten Windmühle. Sparky schafft es, die Stadtbewohner zu alarmieren und der wütende Mob verfolgt den untoten Hund bis zur Mühle. Dort angekommen, versuchen Sparky und Victor die Hundedame zu befreien, als die Mühle durch die aufgebrachte Menschenmenge Feuer fängt.
Sparky schafft es, Victor und Persephone in Sicherheit zu bringen, doch er selbst wird von der Zombiekatze zurück in die brennende Mühle gezogen und stirbt erneut.
Als die Stadtbewohner sehen, wie sehr Victor um seinen Hund trauert, beschließen sie, ihm zu helfen: mit Hilfe aller Autobatterien, erwecken sie Sparky erneut zum leben.


Fazit: großartiger Stop-Motion-Film aus dem Hause Burton und wunderbare Homage an die schwarz-weiss Horrorfilme. 
Eine Freundschaft über den Tod hinaus. Einfach zum heulen schön.

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Eine dunkle Begierde (GB, CA, D 2011)

Darsteller: Keira Knightley, Michael Fassbender, Viggo Mortensen, Sarah Gadon, Vincent Cassel
Regie: David Cronenberg


Der Film thematisiert die exzessive sexuelle Beziehung zwischen dem Arzt Carl Gustav Jung und seiner Patientin Sabina Spielrein. Sowie die berufliche Beziehung von Jung und Siegmund Freud.

Zürich 1904: die junge Russin Sabina Spielrein wird mit schwersten hysterischen Anfällen von ihren Eltern in die Klinik des Psychiaters Carl Gustav Jung eingeliefert. Dieser erprobt an seiner neuen Patientin eine neue Behandlungsmethode: die Psychoanalyse von Siegmund Freud.
Im Verlauf ihrer Gespräche offenbart die überdurchschnittlich intelligente junge Frau nicht nur die körperliche Misshandlung durch ihren Vater, sondern auch die pikante Tatsache, dass sie diese Form der körperlichen Züchtigung als sexuell erregend empfindet.
Jung ist von Sabina fasziniert, doch um seine schwangere Frau nicht zu verletzen, wahrt er weiterhin Distanz.
Ermutigt seine Patientin jedoch dazu, ihn bei seinen medizinischen Forschungen zu unterstützen. Was Sabina dazu ermutigt, selbst die medizinische Laufbahn einschlagen zu wollen.


Einige Zeit später, erhält Jung die Gelegenheit Freud in Wien zu besuchen, um mit ihm die Ergebnisse seiner Arbeit mit Sabina zu besprechen und sich über weiterführende Behandlungsmethoden auszutauschen.
Auf Freuds Wunsch hin, nimmt Jung den kokainabhängigen Psychiater Otto Gross in seiner Klinik auf, um diesen zu therapieren. Gross pflegt einen sehr exzessiven Lebensstil. Er lehnt u.a. die Monogamie als Lebensstil ab und spricht sich dafür aus, dass niemand seine Bedürfnisse unterdrücken sollte. Durch die Gespräche mit Gross wird Jung schließlich klar, wie sehr er Sabina wirklich begehrt.
Er sucht seine ehemalige Patientin, die inzwischen selbst Medizin studiert, auf und die beiden beginnen eine leidenschaftliche (eindeutig sadomasochistisch geprägte) Affäre. Doch Jung plagen schwere Gewissensbisse gegenüber seiner Frau und auch in seiner freundschaftlichen Beziehung zu Freud beginnt es zu kriseln.
Als schließlich immer mehr Gerüchte aufkommen und seine Affäre droht öffentlich zu werden, beendet Jung die Beziehung zu Sabina. Diese leidet sehr unter der Trennung und begibt sich erneut in Behandlung, dieses Mal jedoch bei Siegmund Freud.
Einige Jahre später will Sabina selbst den Weg zur Psychanalytikerin einschlagen und bittet ausgerechnet Jung darum, sie in ihrem Vorhaben zu unterstützen. Dieser willigt ein und schon bald flammt ihre Affäre erneut auf.


Doch dieses Mal ist es Sabina, die die Beziehung endgültig beendet und als überzeugte Schülerin von Freud, nach Wien zurückkehrt.
1913 besucht Sabina Spielrein den inzwischen selbst psychisch angeschlagenen Carl Jung ein letztes Mal. Sabina ist selbst verheiratet und erwartet ihr erstes Kind. Auch wenn beide noch offensichtlich große Zuneigung füreinander empfinden, trennen sich ihre Wege nach diesem Treffen endgültig. 

Fazit: mit Sicherheit keine leichte Kost und durch die vielen psychologischen Abhandlungen manchmal auch etwas anstrengend. Aber sehr stark gespielt. Vorallem Keira Knightley stellt mit ihrer Darstellung der psychisch labilen Sabina Spielrein alle in den Schatten. Respekt, denn das war mit Sicherheit keine einfache Rolle.






Sonntag, 6. Oktober 2013

Keinohrhase und Zweiohrküken (D 2013)

Mit den Stimmen von: Til Schweiger, Emma Schweiger, Matthias Schweighöfer, Nick Kavinian
Regie: Maya Gräfin Rothkirch und Til Schweiger


Es war einmal ein Hase, der hatte keine Ohren. Aus diesem Grund wollte auch niemand etwas mit ihm zu tun haben. Die anderen Hasen lachten ihn aus und wollten nicht mit ihm spielen. Selbst der Fuchs fand ihn peinlich und wollte ihn nicht jagen.
Das machte den Keinohrhasen sehr traurig, denn er hatte keinen einzigen Freund und war sehr einsam.
Da geschah eines Tages plötzlich etwas ganz großartiges: er fand in einem Gebüsch ein Ei (das der Fuchs dort verloren hatte). Und wie der Keinohrhase wusste, schlüpften aus Eiern nur Tiere ohne Ohren.
Bald würde er einen richtigen besten Freund haben. Mit viel Liebe und Fürsorge kümmerte sich der Keinohrhase um das Ei.


Eines Tages war es dann endlich so weit: aus dem Ei schlüpfte ein kleines Küken.
Aber was war denn das? Das Küken sah ganz anders aus, als die anderen Küken. Es hatte nämlich zwei wunderschöne kuschelige Ohren. Der Keinohrhase konnte es nicht fassen.
Er brachte es aber nicht über das Herz, das Küken wegzuschicken und so blieb das Küken bei ihm.
Der Keinohrhase wollte dem Küken alles beibringen, was ein richtiger Hase so tut. Doch er musste feststellen, dass das Zweiohrküken gar keine Freude an Hasendingen hatte.
Ganz im Gegenteil, das Zweiohrküken träumte davon, fliegen zu lernen! Und weil der Keinohrhase der beste Freund sein möchte, den das Zweiohrküken haben kann, beschließt er, dem Küken das fliegen beizubringen.
Als die anderen Tiere davon erfahren, machen sie sich über die Beiden lustig.
Bei seinen Recherchen findet der Hase tatsächlich keinen einzigen Hinweis darauf, dass Küken fliegen können. Ganz im Gegenteil.
Aber so einfach geben die Beiden nicht auf und trainieren fleissig, damit der Traum vom Fliegen doch noch wahr wird. Leider geht der erste Flugversuch gründlich in die Hose, das Zweiohrküken landet im Teich. Und das auch noch vor all den anderen Tieren, die sich versammelt hatten, um zuzusehen.


Völlig durchnässt und am Boden zerstört gehen die beiden Freunde  nach Hause.
Der Keinohrhase steckt das Zweiohrküken erstmal in die Badewanne. Doch was ist das: als er den Föhn anmacht, um das Küken zu trocknen, hebt das Zweiohrküken tatsächlich ab und schwebt.
Überglücklich wollen sie es am nächsten Morgen noch einmal draußen versuchen. Und tatsächlich, ein kräftiger Wind trägt das Zweiohrküken hoch in die Luft und sein Traum vom Fliegen wird doch noch wahr.


Ein herzallerliebster Familienfilm, der auch schon für ganz kleine Zuschauer durchaus geeignet ist.
Ich war von der absolut hochwertigen Produktion sehr begeistert. Die Charaktere sind sehr liebevoll gestaltet und die Synchronisation ist ebenfalls sehr gut gelungen.
Endlich mal wieder ein sehenswerter Kinderfilm!

Mittwoch, 11. September 2013

Jane Eyre (GB 2011)

Darsteller: Mia Wasikowska, Michael Fassbender, Jamie Bell, Judy Dench
Regie: Cary Fukunaga 


Es gibt eine ganze Reihe von Verfilmungen des Romans von Charlotte Bronte (14 Stück???), ich habe mir die aktuellste ausgewählt. (Und: Ja, ich gebe zu, hauptsächlich wegen Michael Fassbender) Die Verfilmung von 2011 konzentriert sich fast ausschließlich auf Janes Zeit auf Thornfield Hall im Dienst von Edward Rochester. Ihre Kindheit/Jugend wird nur durch kurze Rückblenden thematisiert.

England im 18. Jahrhundert. Jane Eyre lebt ohne Eltern im Haus ihres Onkels. Sie wird noch im Kindesalter von ihrer Tante verstoßen und wächst in einem Waisenhaus für Mädchen auf. Dort eckt sie mit ihrer „rebellischen“ Art immer wieder an. Mit 18 Jahren erhält sie ihre erste Anstellung als Hauslehrerin auf dem Anwesen Thornfield Hall von Lord Edward Rochester.


  Nach einem ersten unglücklichen Aufeinandertreffen der Beiden, begegnen sie sich bald mit großer Sympathie. Als eines Nachts unerklärlicher Weise ein Feuer in Lord Edwards Schlafzimmer ausbricht und Jane ihn vor den Flammen rettet, ist es endgültig um beide geschehen. Jane verliebt sich in Edward, doch zweifelt aufgrund seines unberechenbaren Verhaltens daran, dass er ihre Gefühle erwidert. Als sie erfährt, dass Edward um die Hand einer anderen wirbt, gibt sie die Hoffnung endgültig auf.  
Völlig unerwartet macht Edward jedoch ihr einen Heiratsantrag. Jane kann ihr Glück kaum fassen. Am Hochzeitstag findet der Traum ein jähes Ende, als sich herausstellt, dass Edward bereits verheiratet ist. Um Jane zu beweisen, dass er eigentlich gar keine richtige Ehe führt, nimmt Edward sie mit zu seiner Frau, seinem Dämon wie er selbst sagt. Diese lebt eingesperrt in einem abgelegenen Teil des Anwesens, da sie geisteskrank und unberechenbar gewalttätig ist. Trotzdem kann die Ehe nicht gelöst werden. Schweren Herzens beschließt Jane wegzulaufen.


 In ihrer Trauer und ihrem Schmerz wandert sie tagelang durchs Land, bis sie schließlich völlig entkräftet zusammenbricht. So findet sie John Rivers, der sie bei sich und seinen Schwestern aufnimmt und gesund pflegt. Jane findet sich schnell in die kleine Familie ein und John verschafft ihr sogar wieder ein Anstellung als Lehrerin in einer Dorfschule. Als John um ihre Hand anhält, weist Jane ihn zurück. Sie kann und will Edward nicht vergessen..... (das tränenreiche Ende verrate ich jetzt nicht ;)) )



Getragen wird der Film ganz klar durch seine Darsteller und durch die großartigen Landschaftsaufnahmen, die die Geschichte perfekt untermalen.
Vorallem Wasikowska und Fassbender harmonieren sehr gut miteinander und geben in meinen Augen ein wirklich schönes Paar ab. Was natürlich die Glaubhaftigkeit der Liebesbeziehung ihrer Figuren unterstreicht.
Michael Fassbender versieht den grantigen Hausherrn Rochester mit viel Charakter, aber auch Gefühl. Mia Wasikowska überzeugt als Jane mit einer gesunden Mischung aus starkem Willen und Verletzlichkeit. Es macht Spaß, den beiden zu zusehen.


Ich bin ja nun kein großer Fan von Drama & Herzschmerz, aber eins muss ich dem Film lassen: er schafft es, nie kitschig zu sein! Großes Lob allein schon dafür.


  

   

Sonntag, 1. September 2013

Ironclad - bis zum letzten Krieger ( GB/USA 2011)

Darsteller: Paul Giamatti, Jason Flemyng, Brian Cox, James Purefoy, Kate Mara
Regie: Jonathan English


England im Jahre 1225, der grausamen Herrschaft des Königs John soll mit Unterzeichnung der Magna Carta ein Ende gesetzt werden. Doch der König hat gar nicht vor, sich an den erzwungenen Frieden zu halten und zieht mit einem Heer dänischer Söldner mordend und plündernd durch das Land, um sich an seinen Feinden zu rächen.
Der Erzbischof von Canterbury will seinen politischen Einfluss nutzen, um Frankreich zum eingreifen zu bewegen. Währenddessen wird ein Elitetrupp Soldaten, denen sich auch ein Templer angeschlossen hat, losgeschickt, um eine strategisch wichtige Burg einzunehmen und um jeden Preis gegen König John zu verteidigen.
Schon bald steht das dänische Heer vor den Burgmauern und ein erbitterter Kampf um Leben und Tod beginnt.




Genau wie 'Centurion' ein herrlich blutiger Schlachtenepos mit ernstem historischem Hintergrund.
Zwei Dinge haben mich allerdings gestört:
- die für meinen Geschmack zu übermächtige Darstellung des Tempelritters ( auch wenn es ohne Zweifel Elitekämpfer waren)
- die Lovestory zwischen Burgfräulein und Templer war schon sehr nervig

Ansonsten klasse Film!
Ein bisschen '300' im Mittelalter , wo sich eine Handvoll Krieger einer Übermacht stellt.